Das Strohballenhaus

Das Projekt

Der NABU Kreisverband Gifhorn e.V. baut als Kooperationspartner der Gemeinde Leiferde das erste öffentliche Strohballenhaus Deutschlands, als Baubiologisches Zentrum.
Projektträger ist die Gemeinde Leiferde, welche auch das Grundstück zur Verfügung stellt. Der Bau wird finanziert durch BINGO! Die Umweltlotterie.

Darüber hinaus werden im Rahmen eines Lokalen Agenda 21 Projektes der Gemeinde Leiferde, Seminare und Workshops zum Thema Strohballen- und Lehmbau durch den NABU Kreisverband Gifhorn angeboten. Diese werden finanziert durch Mittel der Europäischen Gemeinschaft sowie ebenfalls durch BINGO! Die Umweltlotterie.

Projektbeschreibung

Mit Strohballen lassen sich auf einfache Weise, kostengünstige, passivhaustaugliche, gesunde und umweltfreundliche Wohnhäuser erstellen. Der Strohballenhausbau entspricht somit gleich drei Aktionsfeldern der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie im Sinne der Agenda 21:

" Umweltschutz und Agrarwende
" Klimaschutz und Energiewende
" Soziale Gerechtigkeit

Durch eine Nutzung von Stroh als Baustoff können zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten im Agrarbereich und im Bausektor geschaffen werden. Strohballenwände können nach Beendigung der Nutzung wieder direkt in den natürlichen Kreislauf eingebracht werden, indem sie kompostiert werden. Die Herstellung und Verarbeitung des Strohs kann von ortansässigen Betrieben erfolgen, womit ein wichtiger Beitrag zur regionalen Vermarktung geleistet wird.

Die Produktion von Stroh erfolgt mit äußerst geringem Primärenergieaufwand von ca. 14 MJ/m3 (Mineralwolle 1667 - 2520 MJ/m3). Dabei entstehen nur geringste Mengen an zusätzlichen klimaschädlichen Emissionen, da Stroh beim Getreideanbau in Deutschland in großem Überschuss anfällt. Häuser aus Strohballen erreichen schon heute Passivhausstandard (< 15 kWh / m2), ohne schädliche Nebenwirkungen wie sie bei künstlich hergestellten Dämmstoffen häufig auftreten.

Aufgrund der steigenden Anforderungen an Gebäudestandard, Umweltfreundlichkeit und Energieeinsparung ist der Traum vom Eigenheim für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen immer schwerer zu erreichen. Im Strohballenbau lassen sich auf einfache Weise sehr kostengünstige Gebäude erstellen, wo zudem ein hoher Eigenanteil geleistet werden kann.

Die Eigenschaften des Materials Stroh vereinen die Vorteile eines klassischen Dämmstoffs mit den bekannten Vorzügen von Massivholzbauten, bieten Wärmespeicherung, gute Wärmedämpfung und hervorragendes Raumklima. Die Verarbeitung von Strohballen ist gefahrlos, leicht erlernbar und damit prinzipiell selbstbaufreundlich. Stroh bietet darüber hinaus ideale Vorraussetzungen als Untergrund für den Baustoff Lehm. Dessen regionale Verfügbarkeit und sehr gute bauphysikalischen und raumklimatischen Eigenschaften begeistert immer mehr Menschen. Lehm ist ein Baustoff, der sich erwiesener Maßen positiv auf das Raumklima auswirkt. Er hat eine feuchtepuffernde Wirkung und wirkt mit dieser Eigenschaft zu trockener Raumluft entgegen die zu Beeinträchtigung der Gesundheit, hier vor allem der Atemwege, führen kann.

Ziele des Baubiologischen Zentrums

Förderung und Entwicklung einer neuen ökologischen Bauweise. Schaffung neuer Erwerbsaussichten und Absatzmöglichkeiten in Land- und Bauwirtschaft, als Stärkung einer nachhaltigen Wirtschafts- und Sozialstruktur. Förderung nachwachsender Rohstoffe und regionaler Vermarktung, damit auch Ressourcenschutz. Akzeptanzförderung ökologischer Haustechnik.