Verlandungsbereiche zwischen Land- und Wasserflächen

Detailansicht an Renaturierungsbecken für Hochmoore bei Neudorf-Platendorf

Durch die langjährigen Aktivitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NABU Kreisverbandes Gifhorn e. V. in Kooperation mit dem Landkreis Gifhorn (Untere Naturschutzbehörde) und dem Land Niedersachsen (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) bilden sich zunehmend Übergangsflächen zwischen Torfböden und Wasserbereiche, erklärt Andrè Deter vom NABU Kreisverband Gifhorn e. V. aus Leiferde. „Diese neuen Lebensräume sind auch charakteristische Ruhe-, Nahrungs- und Fortpflanzungshabitate von Tieren wie z. B. Libellen, Jagd-, Spring- und Radnetzspinnen bzw. Moorfrösche und Ringelnattern“, so Deter. Die aus dem Wasser herausragenden Baumstubben können als Ansitze für z. B. Insektenjäger oder als Sonnenplätze für diverse Tiergruppen fungieren. Wasserpflanzen oder andere verschiedene Biomassen in Form von stehendem bzw. liegendem Alt- und Totholz sind auch die Grundlage zur Eiablage bzw. zur Keimung neuer Samen, und dienen somit dem Aufbau neuer Tier-/Pflanzengenerationen. Herr Deter erläutert weiter, dass so Möglichkeiten für den Schutz der regionalen Biodiversität an Sonderstandorten wie Hochmoore geschaffen werden können. Dieser vielfältige Natur- und Umweltschutz im regionalen, gebietstypischen Maßstab ist laut dem neuen Projektleiter im Großen Moor bei Gifhorn die Basis für ein Entgegenwirken im teilweise dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt an Pflanzen, Tieren, Flechten, Moose und Pilze auf lokaler Ebene in Landkreisen und ähnlich großen Regionen.

 

Verlandungszone im Flachwasserbereich mit Totholz und Wollgras (Foto: André Deter)
Verlandungszone im Flachwasserbereich mit Totholz und Wollgras (Foto: André Deter)

Hochmoore sind dauernasse, saure, nährstoffarme Offenflächen, die Kohlenstoff bzw. Kohlendioxid generationsübergreifend im Torf lagern. Sie beeinflussen des Regionalklima durch Speicherung und Abgabe von Wasser, Wärme und Kälte bzw. dienen eingeschränkt als Pufferbereiche, welche teilweise Schadstoffe aus der Umwelt binden. Intakte Moorgebiete besitzen Kapazitäten zur Rückhaltefähigkeit von Oberflächen- und Grundwässer. Große Hochmoorflächen bilden auch in Niedersachsen charakteristische Biotope, welche auf natürliche Art extreme Ansprüche an die sich in ihnen lebenden Faunen und Floren stellen. Die Zufuhr von Niederschlägen in Form von Regen und Schnee gewährleistet die Regulierung des Wasserhaushaltes dieser Ökosysteme. Durch vielfältige Einflüsse von z. B. Relief, Niederschlägen, regionalem und globalem Klima bzw. Expositionen und Verfügbarkeit von Nährstoffen sind auch Moore in ihrer Entstehung und natürlichen Vollkommenheit äußerst vielfältig. Auch Wälder aus Moor-Birken, Bruchwälder bzw. Pflanzen wie Moosbeeren, Sonnentau, Sumpf-Calla und komplett bedeckte Wasserkörper mit Schwingrasen verweisen auf gut strukturierte Moorlebensräume, welche nach einer sehr langen Entwicklungszeit andere Lebensräume für Wald- bzw. Wasserbewohner darstellen.