Schutz und Strukturierung von Offenland nahe Gifhorn

Entfernung von Kiefern und Birken, Entastungen, Schaffung von Kleinstrukturen und Beweidung auf Heideflächen um Neudorf-Platendorf

Mit unterschiedlichen Arbeitsteams wie Freiwillige, Praktikanten(Innen), sozial auffällige junge Erwachsene, freiwillige Dienstleistende des Bundes (BFD) und des ökologischen Jahres (FÖJ) arbeitet der Naturschutzbund Deutschland e. V. auf Kreisebene auch auf Heideflächen. Die Maßnahmen, welche früher vom ehemaligen NABU-Projektleiter Christian Starkloff und seinem Team umgesetzt wurden, werden auch 2014 vom neuen NABU-Projektleiter Andrè Deter, dem neuen Vorarbeiter Renè Hertwig und ihren Mitarbeitern(Innen) fortgeführt bzw. in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern optimiert. Das ist Dank der sehr aktiven Unterstützung aller Spenderinnen und Spender bzw. Stiftungen, Beiträge und Pflegegelder aus der Region bzw. vom Land Niedersachsen möglich. Die zusätzliche Kooperation mit der Arbeitsagentur in Gifhorn bereichert ebenfalls die flexiblen Einsatzmöglichkeiten sozial auffälliger Personen im Schutz des Offenlandes.

Es bedarf großer Anstrengungen mit sehr viel Personal, um das großflächige und dauerhafte Verbuschen bzw. Zuwachsen von Heideflächen effektiv zu verhindern, sagt Deter. Das frühere Flämmen in Form von kaltem Feuer (schnelles Abbrennen alter Pflanzen in Windrichtung) von Glocken- und Beesenheide bzw. Heidekraut ist heutzutage mangels Fachpersonal und teilweise aus aus Sicherheitsgründen kaum durchzuführen. Die Maßnahme des Beweidungsmanagements mit Schafen und Ziegen ist bei der Unterdrückung der Aufwüchse von Kiefern und Sand-Birken nur sehr begrenzt effektiv, wobei Moor-Birken häufig von den Tieren verbissen werden. Junge Baumschösslinge werden sich immer von den Samen der Bäume aus den Randbereichen etablieren können. Eine die Fortführung dieser Tiernutzung in Verbindung mit einer mechanischen Dauernutzung der Heiden ist deshalb unumgänglich.

Unter Beachtung der aktuellen Pflege- und Nutzungspläne ist die Schaffung von Kleinstrukturen mit stehendem und liegendem Alt- und Totholz, trockenen und feuchteren Kleinflächen, Verwuchs von Heide mit tief beasteten, jungen Bäumen bzw. Laubhaufen als Verstecke für Tiere zu unterstützen. Durch Beobachtungen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leben auf diesen Flächen auch Heidelerchen, diverse Libellen, Kreuzottern, Schlingnattern und Blindschleichen.

 

Erdwall mit Bewuchs und Altholz (Foto: Andrè Deter)
Erdwall mit Bewuchs und Altholz (Foto: Andrè Deter)
Entastete Kiefern als stehendes Totholz mit angehäuftem Laub (Foto: Andrè Deter)
Entastete Kiefern als stehendes Totholz mit angehäuftem Laub (Foto: Andrè Deter)
Stehendes Totholz im Zersetzungsprozess (Foto: André Deter)
Stehendes Totholz im Zersetzungsprozess (Foto: André Deter)