Reststoffe aus Rinde und Holzhäcksel für nachhaltige Erden

Naturschutzfachliche Beiträge der Forstwirtschaft zum Moorschutz

Neben eigenständig agierenden Agroforstkulturen und Kurzumtriebsplantagen mit neuen bzw. anderen Agrarökosystemen als mögliche naturschutzfachliche Bereicherungen sind zusätzliche Beiträge der Forstwirtschaft zum Umwelt- und Naturschutz außerhalb naturnaher Wälder für den nachhaltigen Moorschutz denkbar. Schutzgebiete mit naturschutzfachlich sehr bedeutsamen, alten Beständen mit z. B. Eichen und Buchen dürfen diesbezüglich nicht bzw. nur nach den Schutz-, Pflege- und Entwicklungsvorschriften der Gebiete genutzt werden. Minderwertige Hölzer und Holzreste von Schwachhölzern aus Forstflächen könnten in begrenzter Menge zusätzliche Biomassen für die Produktion von Stoffen zur Bodenverbesserung liefern.

Bezüglich der Diskussion zur dauerhaften Umgestaltung bundesdeutscher Forstflächen aufgrund sich verändernder Umwelteinflüsse wie Klima, massiver Schädlingsbefall und Umsetzung von naturschutzfachlichen Maßnahmen schein auch der Moorschutz eine von vielen Optionen im nachhaltigen Management von flächig bewirtschafteten Nadel-/Laubwäldern zu sein. Großflächige Monobestände könnten durch sehr gezielte Veränderungen strukturreicher aufgebaut werden. Stehende und liegende Alt-/Tothölzer, Einzelbüsche bzw. Buschgruppen, Veränderungen in der Zusammensetzung der Baumarten, vorrangige Bewirtschaftungen von Nadelwälder im Gebirge und Laubwälder im Flachland bzw. Bäume, welche Trockenheit, saure Böden und Einträge von Düngungsmitteln aus der Luft besser ertragen mit großflächigen Minimierungen massiver Kahlschläge durch Einzelstammentnahmen könnten auch dem nachhaltigen Moorschutz dienen. Die Bereitstellung von Holzreststoffen zum Aufbau neuer Erden außerhalb der Produktion von Möbel und anderen Holzprodukten, Pellets, Zellulose usw. schein hinsichtlich des begrenzten Angebots im engen Rahmen realisierbar zu sein. In diesen Forstflächen ist ebenfalls eine Zertifizierung mit möglichst eindeutigen und umsetzbaren Umweltstandards im nationalen bzw. europäischen Handel mit Holzresten naturschutzfachlich sehr sinnvoll.

(Andrè Deter vom NABU Kreisverband Gifhorn e. V.)