Regionale Stoff- und Energiekreisläufe in modernen Landnutzungssystemen

Zukunftsfähige Potenziale im bundesdeutschen Natur- und Umweltschutz

Innerhalb der aktuellen Diskussion über eine Veränderung in der Produktion verschiedener Energien, den teilweise neu strukturierten, ökonomischen Ansichten im Naturschutz und diverser Spannungen in der Bewirtschaftung unterschiedlicher Flächen in Deutschland, werden weitgehend regionale Stoff-/Energiekreisläufe in modernen Landnutzungssystemen zukünftig an Bedeutung gewinnen. Natur- und umweltschutzrelevante Besonderheiten sollten bezüglich des Ausstiegs aus der Herstellung von Atomenergie, einer Erhöhung der Produktivität in der Pflege und Entwicklung von Kulturlandschaften bzw. neuer/anderer landbaulicher Maßnahmen gebietstypisch geplant und umgesetzt werden. Diese Herangehensweise gewährleistet, dass durch positive Synergieeffekte zukunftsfähige Maßnahmen in modernen Landnutzungssystemen umgesetzt werden können. In diesem Zusammenhang ist die individuelle Bedeutung von einzelnen Maßnahmen weniger stark ausgeprägt, als das ganzheitliche Wirkungsspektrum von vielen, verschiedenen Maßnahmen im gesamten Landschaftsraum.

Natur-/Umweltschutz könnte im Management von Kulturlandschaften bedeuten, dass die Nutzung von Ökosystemen mit einer gleichzeitigen Erhöhung der Produktivität pro Flächeneinheit durchgeführt wird. Landschaftspflegegut in Form von Bäumen, Sträucher und Heu könnte diesbezüglich eine im Schutz des Offen-/Halboffenlandes zentrale Rolle einnehmen. Damit stünden diverse Biomassen zur energetischen Verarbeitung zur Verfügung (Entwicklung nachhaltiger Energien), naturschutzfachliche Ziele könnten umgesetzt werden (Schutz von Arten des Offen-/ Halboffenlandes, Umweltbildung, Moorschutz durch Erzeugung neuer Erden) und Ansätze in der Umweltforschung könnten innerhalb moderner Systeme der Landnutzung in Deutschland mit internationalem Beispielcharakter realisiert werden. Kurzumtriebsplantagen und Agroforstkulturen mit speziellen, naturschutzfachlichen Charakteristika könnten ebenfalls in diese Maßnahmen integriert werden. Ein weniger zentrales, eher standortangepasstes Management von Kulturlandschaften mit überwiegend regionalen Stoff- und Energiekreisläufen bzw. deren regionalen Energiebilanzen und anerkannten, europäischen Zertifizierungen vereinigen den Schutz der örtlichen Biodiversität, moderne Varianten der Energieproduktion und marktrelevante, naturschutzökonomische Aspekte (Energiegehalt pro Fläche, Sicherung von Arbeitsplätzen, zukunftsorientierte Forschungsansätze usw.).

 

(Andrè Deter - NABU Kreisverband Gifhorn e.V.)