Kupferschiefer, Salz und Sand im Natur- und Umweltschutz ?

Kupferschieferhalden, Salzflächen und Binnendünen als wertvolle Sonderstandorte

Die durch den Kupferschieferbergbau entstandenen Halden mit Gesteinen und Böden aus Schwermetallen üben auf Tiere und Pflanzen aufgrund des toxischen Verhaltens einen extremen Stress aus. Arten, die nur an diesen besonderen Lebensraum angepasst sind, können hier dauerhaft überleben. Durch die zusätzliche, starke Sonneneinstrahlung erhöht sich dieser Stress mit trockenen, heißen Untergründen im Sommer. Auf sogenannten Schwermetallrasen können sich unter anderem Kupfer-Leimkraut, Kupferblümchen, Grasnelken und Rot-Schwingel etablieren.

Ökosysteme an Küsten und Salzflächen des Binnenlandes mit salzhaltigem, aufsteigendem Quellwasser aus dem Erdboden grenzen sich von ihrem Umfeld durch eine mehr oder weniger stark vorhandene Schicht an Salzwasser mit typischer Salzvegetation ab. Strand-Aster, Queller, Salzmiere und Salzmelden sind typische Vertreter salzliebender Pflanzen. Neben Schwermetallen, Armut an Nährstoffen und Hitzestress ist Salz ein weiterer Stressfaktor für Pflanzen, der naturschutzfachlich bedeutsame Sonderstandorte mit Salzwiesen im Natur- und Umweltschutz.

Silbergräser, Strohblumen, Grasnelken und Kleinschmielen bzw. Tiere des Ödlandes wie speziell angepasste Heuschrecken und Käfer besiedeln die extrem nährstoffarmen Biotope aus Flugsand an Küsten und Binnenstandorten mit Sandmagerrasen. Ihre natürliche Seltenheit und besondere Gefährdung begründen ebenfalls einen besonders angepassten Natur- und Umweltschutz in Form von Zutrittsverbote, Nichtnutzung, Schutz vor Düngemitteleinträgen, angepasste Umweltbildung usw.

Auch Sonderstandorte leisten naturschutzfachliche Beiträge zur Etablierung einer wertvollen, regionalen, biologischen Vielfalt, weil sie Extremstandorte sind mit an ihnen angepassten, charakteristischen Faunen und Floren. Von Natur aus artenarme Sonderstandorte besitzen hinsichtlich ihrer kleinflächigen Biodiversität nur geringe Kennzahlen in ihren Habitaten. In einer großräumigeren Betrachtung der biologischen Vielfalt auf der Ebene von z. B. Landkreisen sind sie dennoch naturschutzfachlich nicht zu vernachlässigen.

 

(Andrè Deter - NABU Kreisverband Gifhorn e.V.)