Junge Eichen als Initiale zwischen Wiesen und Ackerbau

Pflanzung von Stiel-Eichen in der Okeraue bei Dalldorf und Volkse

2013 wurden beidseitig der Okeraue ca. 550 junge Stiel-Eichen als eine Ausgleichsmaßnahme gepflanzt. Zwischen dem Dauergrünland der Oker mit ihrem vielfältigen Ackerbau befinden sich kleine, ca. 50 Quadratmeter große, kreisförmig angeordnete Areale mit rund 10 Eichen und jeweiligem Verbissschutz. Der NABU Kreisverband Gifhorn e. V. ist auch auf diesen Flächen mit periodisch wiederkehrenden Pflanzenkontrollen tätig. Innerhalb der Flächenbegehungen wird die Funktion des Verbissschutzes kontrolliert und ggf. korrigiert. Außerdem werden die Halterungen für die Stabilität der Bäume bzw. ihre Vitalität überprüft.

Durch eine andere bzw. weniger intensive Nutzung der Bereiche zwischen den Jungbäumen kommen dauerhaft Beikräuter und Beigräser auf. Nach der diesjährigen Kontrolle im Juli stellte das Kontrollteam des NABU von Leiferde um die Blütenpflanzen zwischen den Eichen ein erhöhtes Vorkommen unterschiedlicher Arten von Schmetterlingen und einige Heuschrecken fest. Diese kleinflächigen Biotope mit anders strukturierter Vegetation als das umgebende Saatgrasland und der Getreideanbau besitzen ebenfalls ein gewisses Potenzial, um den Blütenbesuchern der Auen- bzw. Agrarlandschaft einen individuellen Lebensraum zu bieten. Der genutzte Agrarraum der Okeraue wird für mobile Tierarten, welche sich fliegend oder laufend gut fortbewegen können, attraktiv aufgewertet. Die Initialpflanzungen können in ihrer fortschreitenden Entwicklung als „Trittsteine“ und somit als besondere Lebensräume in der sie umgebenden Agrarlandschaft fungieren. Neben Stiel-Eichen sind auch Ulmen, Eschen, Weiden und Erlen am häufigsten in bundesdeutschen Auenhabitaten als standorttypische Vegetation in den Baumschichten zu finden.

(Andrè Deter vom NABU Kreisverband Gifhorn e. V.)

 

Okeraue mit kleinen Pflanzinseln bei Volkse (Foto: Andrè Deter)
Okeraue mit kleinen Pflanzinseln bei Volkse (Foto: Andrè Deter)