Presseberichte 2013

  • „Baumwollpflücker“ im Großen Moor bei Gifhorn
  • Moorbahnexkursion des NABU Kreisverband Gifhorn durchs Große Moor
  • European BirdWatch - Erleben Sie das Naturschauspiel Vogelzug!
  • Renaturierungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Großes Moor bei Gifhorn durch Anpflanzung hochmoortypischer Pflanzen, wie Wollgräser und Torfmoose, die durch Schulklassen, Firmenmitarbeiter und Ehrenamtlichen
  • Weihnachtsbäume aus dem Moor

„Baumwollpflücker“ im Großen Moor bei Gifhorn

Ehemalige Abtorfungsflächen werden durch Ansaat mit Wollgras wieder in Hochmoorbiotope verwandelt

Die jungen NABU-Mitarbeiter des Bundesfreiwilligendienstes, des Freiwilligen Ökologischen Jahres und Heranwachsende, die nach § 10 JGG ihre Weisung ableisten müssen, sind seit mehreren Wochen dabei im Großen Moor bei Gifhorn die Ausbreitung von Wollgräsern voran zu treiben. Dazu werden die weißen reifen „Haarbüschel“, die häufig fälschlicherweise als Wollgrasblüte bezeichnet werden und an den sich am unteren Ende die Samen befinden per Hand gepflückt. „Dabei kommt das Gefühl auf, man pflücke Baumwolle und stehe auf einer riesigen Baumwollplantage, so Marco Krause einer der BFDler vom NABU. Das gesammelte Saatgut wird dann auf den Zwischendämmen frisch angelegter Renaturierungsbecken wieder ausgebracht und hinterlässt anschließend einen weißbetumpften Moorboden. Bei dieser Vermehrungsvariante wird von beiden Wollgrasarten die im Großen Moor vorkommen, dem Schmalblättrigen und Scheidenblättrigen Wollgras, Saatgut geerntet. „So beschleunigen wir die Wiederansiedlung beider Wollgrasarten, welches von Natur aus viel länger dauern würde und unterdrücken die natürliche Ansiedlung hochmooruntypische Pflanzen, wie Flatterbinse oder Rohrkolben“, so Projektleiter Christian Starkloff. Ein kleinerer Teil des eingesammelten Saatguts wird in Topfkultur ausgesät, um so junge Pflanzen anzuziehen, die später im Moor an speziellen Orten angepflanzt werden sollen.

Neben dem Einsammeln des Saatgutes werden aber auch Wollgraspflanzen direkt verpflanzt. Diese Pflanzen stammen von noch aktuellen Abtorfungsflächen und werden durch das Umsiedeln vor der Baggerschaufel bewahrt.

Zum Ausbringen des Saatgutes oder Wiedereinpflanzen der Wollgraspflanzen auf den Dämmen der Renaturierungsbecken müssen die Mitarbeiter balancierfreudig sein, denn die Dämme sind schmal, meist sehr feucht und glitschig.

Diese Vermehrungsmaßnahmen müssen alle per Hand durchgeführt werden, die ohne die jungen Mitarbeiter nicht zu bewerkstelligen wären.

Ohne die Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen, die HIT-Umweltstiftung, die Michael Otto Stiftung, die Vattenfall Europe Umweltstiftung, die Heidehof-Stiftung, die Naturschutzstiftung Niedersachen und das NLWKN, die das Projekt fördern, wären diese und andere Maßnahme im Großen Moor nicht möglich.


Moorbahnexkursion des NABU Kreisverband Gifhorn durchs Große Moor

Der NABU hatte am Sonntag, dem 8.9.13 zu einer Moorbahnexkursion ins Große Moor bei Gifhorn nach Westerbeck eingeladen. An diesem Tag fanden in ganz Niedersachsen zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Moorschutz statt.

Die Exkursion war mit fast 50 Personen sehr gut besucht und wurde einerseits von den Lokführern Heinz Dettmer und Matthias Dehnert vom Verein Natur- und KulturErlebnispfad Großes Moor, sowie von Herrn Christian Starkloff vom NABU geleitet.

Während der zwei bis dreistündigen Fahrt mit der Schmalspurbahn konnten die Teilnehmer der Exkursion wissenswertes über die Entstehung des Großen Moores, über den Torfabbau und die dadurch entstandene Veränderung der Landschaft, über die hier vorkommende Tier- und Pflanzenwelt, sowie über die Renaturierungsmaßnahmen, die der NABU seit vielen Jahren tätigt, erfahren. Außerdem wurde erläutert, dass intakte Moore riesige Mengen an CO2 speichern und so wichtig für den Klimaschutz sind. Allen Exkursionsteilnehmern wurde daher nahgelegt auf Blumenerde mit Hochmoortorf im eigenen Garten zu verzichten.

Im kommenden Jahr wird der NABU wieder, neben Fahrradtouren durchs Moor, eine solche Moorbahnfahrt durch führen.


European BirdWatch - Erleben Sie das Naturschauspiel Vogelzug!

Zum diesjährigen European BirdWatch am Sonntag den 06. Oktober bietet der NABU Kreisverband Gifhorn Vogelbeobachtungen im NSG Viehmoor unter fachkundiger Anleitung von Kristin und Florian Preusse an.
Beobachten, Zählen und Staunen: das erste Oktober-Wochenende steht wie schon in den vergangenen Jahren ganz im Zeichen der Zugvögel. Jedes Jahr im Herbst machen sich in Europa zahlreiche Vögel auf den Weg in ihre Überwinterungsquartiere im Süden. Während einige Arten im Winter nur in den klimatisch günstigeren Mittelmeerraum ausweichen, fliegt ein Großteil der Zugvögel regelmäßig zwischen sommerlichem Brutgebiet und dem Winterquartier in Afrika hin und her. Dabei sammeln sich an geeigneten Rastplätzen - wie dem Viehmoor - zahlreiche Vögel, darunter auch viele nordische Brutvögel und seltene Arten, die bei uns nur während der Zugzeit beobachtet werden können.

Der von der Organisation BirdLife International ins Leben gerufene "Tag des Zugvogels" bietet Menschen in ganz Europa die Möglichkeit, die Faszination Vogelzug live und fachkundig begleitet zu erleben. Damit soll bei möglichst vielen Menschen die Begeisterung für die Vogelbeobachtung geweckt und der Vogelschutz in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Daneben werden im Rahmen der BirdWatch-Veranstaltungen auch die europaweiten Zugvogelbestände erfasst.

Wenn Sie dieses einmalige Naturschauspiel miterleben möchten, besuchen Sie uns zwischen 9:00 und 17:00 Uhr an der Fischerhütte im NSG Viehmoor bei Leiferde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme kostenfrei. Interessierte Besucher erwartet weiterhin ein Informationsstand zur Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.birdwatch.de

Fotos: Florian Preusse


Renaturierungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Großes Moor bei Gifhorn durch Anpflanzung hochmoortypischer Pflanzen, wie Wollgräser und Torfmoose, die durch Schulklassen, Firmenmitarbeiter und Ehrena

Schulklasse der IGS Sassenburg
Schulklasse der IGS Sassenburg

Das Projekt, welches finanziell durch die Allianz-Umweltstiftung „Aktion Blauer Adler“, die Allianz-Agentur Andreas Wiegand aus Leiferde, sowie die Stiftung Ornithologie und Naturschutz getragen wurde, startete am 11.5.2013 und dauerte durch einen erst spät durchführbaren Termin mit einer Firma bis zum 21.8.2013. 

In dieser Zeit konnten bei 14 verschiedenen Terminen mit Gruppen im Naturschutzgebiet Großen Moor bei Gifhorn auf den Abtorfungsflächen mit großem Erfolg zahlreiche Zwischendämme an den frisch ausgebaggerten Renaturierungsbecken mit Wollgraspflanzen des Schmalblättrigen Wollgrases begrünt werden. Alle gewünschten Dämme konnten mit Wollgraspflanzen durch 250 tatkräftige Helfer versehen werden. Somit wurde so viel Wollgras verpflanzt, wie nie zuvor und auch der Bestand an geeignetem Verpflanzungsmaterial wurde fast ausgeschöpft.

Schulklasse der BBS I Gifhorn
Schulklasse der BBS I Gifhorn

An Teilnehmergruppen waren dabei: eine Schulklasse der Integrierten Gesamtschule Sassenburg, eine Schulklasse der Berufsbildenden Schule I Gifhorn, 3 Schulklassen der Fritz-Reuter-Realschule Gifhorn, der  Umwelt-AG des Sibylla-Merian-Gymnasium Meinersen/Leiferde, FÖJler-/innen der Regionalgruppe Braunschweig, Mitarbeiter des Konzerns Volkswagen, der Firma Ricoh, der Deutschen Post AG, der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, sowie Ehrenamtliche vom NABU Kreisverband Gifhorn und Wolfsburg.

Neben der Verpflanzung von Wollgras wurde auch ein wenig Torfmoos an den Beckenrändern zu Demonstrationszwecken bei den Schulklassenterminen angesiedelt. Die großen diesjährigen Ansiedlungsaktionen des Torfmooses fand aber durch die hohen Wasserstände im Frühsommer, die erst spät zurück gegangen sind, im September durch das  „Neue Brücken-Projekt“ (Projekt mit straffällig gewordenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen) statt.

Vereinzelt wurden Wurzelstubben aus der näheren Umgebung, die bei der Abtorfung aus den Torfschichten herauskamen als Versteck- und Sitzhabitate auf den Dämmen platziert, die größtenteils sehr zügig von Vögel oder Libellen in Beschlag genommen wurden.

 

Die Dämme, die der NABU dieses Jahr mit Wollgras und Torfmoos durch Bepflanzung versehen hat, bleiben ab nun sich selbst überlassen. Eingriffe auf diesen Dämmen sind hier nicht mehr geplant. Kontrollen wie sich die Natur hier weiter entwickelt wird es aber weiterhin geben. So hat sich das Schmalblättrige Wollgras auf den frisch angelegten Dämmen durch Ausläuferbildung, die die Pflanzen bereits größtenteils kurz nach der Anpflanzung getätigt haben, gut ausgebreitet. Die angesiedelten Torfmoose werden sich ebenfalls langsam ausbreiten.

 

Die Begeisterung bei dieser praktischen Naturschutztätigkeit war zum Teil so groß, dass von allen Schulklassen und AGs der Wunsch auf kam, nächstes Jahr bei diesen Maßnahmen wieder dabei sein zu dürfen und damit eine Art Patenschaft im Großen Moor zu übernehmen und auch bei anderen Aktionen mal tatkräftig mit anpacken zu dürfen, die im Großen Moor durchgeführt werden.

Weihnachtsbäume aus dem Moor

 

Passend zur Weihnachtszeit bietet der NABU Kreisverband Gifhorn Öko-Weihnachtsbäume und Tannengrün aus der Region an. Kiefern und Fichten in sämtlichen Größen aus Landschaftspflegemaßnahmen können am Strohballenhaus, Hauptstraße 24 in 38542 Leiferde , gegen eine Spende abgeholt werden. Die Gehölze stammen alle aus der Region. Eine Vorbestellung unter 05373-4361 ist möglich.