NABU-Versammlung im Strohballenhaus

Zur Mitgliederversammlung des NABU Kreisverbandes Gifhorn war das Strohballenhaus in Leiferde prall gefüllt, so dass auch noch die Stühle aus den Büros gebraucht wurden. Zunächst führte der Storchenbetreuer Hans-Jürgen Behrmann die Gäste mit seinem Vortrag auf einen Gang durch’s Storchenjahr.

Der 1. Vorsitzende des NABU Kreisverbandes Gifhorn, Gerhard Braun, konnte anschließend zahlreiche Ehrungen vornehmen. 112 Mitglieder sind bereits seit 20 Jahren und 21 Mitglieder sogar seit 30 Jahren dem NABU verbunden. Auch Detlef Tanke (umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion) gehörte zu den zu Ehrenden und nahm an der Versammlung teil.

Beim anschließenden Jahresrückblick konnte Gerhard Braun von einem sehr wechselhaften Jahr berichten. Für das Renaturierungsprojekt im Großen Moor stand dem NABU im Jahr 2010 nur eine Teilfinanzierung für die Jugendlichen durch die ARGE im Landkreis Gifhorn sowie für die Sachmittel durch den NLWKN zur Verfügung. Die daraus entstehende Finanzierungslücke für die Anleiter musste somit durch Eigenmittel geschlossen werden, um das Gesamtprojekt aufrechterhalten zu können. Nach intensiver konzeptioneller Arbeit ist es letztendlich gelungen, das Moorprojekt für weitere zwei Jahre zu sichern.

Umfangreicher direkter Artenschutz erfolgt jedes Jahr durch die Betreuung von Amphibienschutzmaßnahmen an Straßen und die Fledermausbetreuung. Der lange und harte Winter im Jahr 2009/10 hat den Fledermäusen arg zu schaffen gemacht. Insbesondere die Waldfledermäuse hatten unter den lang anhaltenden, tiefen Temperaturen zu leiden. Dies hat offensichtlich auch zu größeren Verlusten bei den Großen Abendseglern geführt, die bevorzugt in Baumhöhlen überwintern. Während des anschließenden, nasskalten Frühjahrs herrschte zudem nur ein geringes Insektenaufkommen. Bei den Kontrollen der Kastenreviere in den Wäldern des Landkreises Gifhorn zeigte sich, dass die Bestände deutlich zurückgegangen sind und nur ein geringer Fortpflanzungserfolg verzeichnet werden konnte. Bei den Hausfledermäusen haben wir keinen entsprechenden Bestandsüberblick, da nur wenige Quartiere bekannt sind und kaum regelmäßige Zählungen stattfinden. Erfreulicherweise gibt es immer mal wieder Meldungen von Fledermausquartieren in Gebäuden. Mittlerweile sind rund 100 Quartiere im Landkreis Gifhorn bekannt, die in den letzten Jahren zumindest einmalig besetzt waren. Sofern Ihnen Kenntnisse über Fledermaus-Niststätten in Gebäuden vorliegen, sind wir stets an entsprechenden Meldungen interessiert.

Die erfolgreiche Kooperation mit der Haupt- und Realschule Calberlah / Isenbüttel konnte im Rahmen des Projektes FÖJ an Ganztagsschulen fortgeführt werden. Die beiden Natur-AGs erkunden und erleben im Laufe des Schuljahres die unterschiedlichsten Lebensräume. Hierzu gehört neben der theoretischen Einführung vor allem die praktische Erfahrung, durch den Umgang mit Kescher, Becherlupen, Pinzetten, etc..

Nach den intensiven Erfahrungen beim lasttragenden Strohballenbau im Jahr 2009 haben wir zunächst eine kreative Pause eingelegt und im Herbst 2010 einen neuen Anlauf gewagt. Bei der lasttragenden Bauweise wird die Last der Decke und des Daches von den Strohballen getragen. Zur Aussteifung der Wand werden Stangen durch die Strohballen gespießt. Darüber hinaus haben wir jetzt ein inneres Holzgerüst errichtet, damit sich die Wände nicht mehr verschieben können. Weiterhin besteht dadurch die Möglichkeit, die Sackung der Wände zu begrenzen, indem nach ausreichender Setzung das Dach am inneren Gerüst fixiert wird. Die Wände werden anschließend mit Lehm verputzt, so dass das neue Strohballenhaus dieses Jahr fertig gestellt wird.

Ein aufwendiger aber auch wichtiger Bereich ist die Erarbeitung von Stellungnahmen zu Eingriffen in Natur und Landschaft. In Zusammenarbeit mit der KONU hat der NABU wieder an 34 Stellungnahmen innerhalb des Jahres mitgearbeitet. Darüber hinaus zählten Bauleitplanverfahren, Bau der A39 und die Legehennenfabrik in Dalldorf zu weiteren Schwerpunkten, bei denen wir uns eingebracht haben. So hat inzwischen auch bei der Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen der Artenschutz stärker Einzug gehalten. Doch oftmals verdienen die erforderlichen Umweltberichte nicht ihren Namen. Die Erfassungen von Flora und Fauna werden nur ungenügend durchgeführt, woraus dann auch nur ungenügende Eingriffsbeurteilungen resultieren.

Fledermauskasten: Der NABU betreut 14 Kastenreviere im Landkreis Gifhorn, um die Bestände an Waldfledermäusen zu ermitteln.
Fledermauskasten: Der NABU betreut 14 Kastenreviere im Landkreis Gifhorn, um die Bestände an Waldfledermäusen zu ermitteln.
Schnecke: Bei den Natur-AG’s können intensive Naturerfahrungen gelingen.
Schnecke: Bei den Natur-AG’s können intensive Naturerfahrungen gelingen.
Strohballenhaus: Das lasttragende Strohballenhaus steht im Rohbau und wird im laufenden Jahr vollendet.
Strohballenhaus: Das lasttragende Strohballenhaus steht im Rohbau und wird im laufenden Jahr vollendet.