Althandys für die Havel

Der NABU Kreisverband Gifhorn hat mit Fahrradtouren entlang der Havel in den letzten beiden Jahren auf dieses größte Flussrenaturierungsprojekt in ganz Europa aufmerksam gemacht. Auf rund 90 Flusskilometern im Gebiet Naturpark Westhavelland in Brandenburg sowie im Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt soll die Havel renaturiert werden. Finanziert wird dieses NABU-Projekt aus Mitteln des Bundes, von den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt, außerdem bringt der NABU als Projektträger einen Eigenanteil auf. Hierbei unterstützt der NABU Kreisverband Gifhorn das Vorhaben durch die Sammlung von Althandys. Uwe Kirchberger, Geschäftsführer des NABU Kreisverbandes Gifhorn, ist hoch erfreut: „Im vergangenen Jahr wurden 67 Handys beim NABU abgegeben.“ Durch eine Kooperation mit der E-Plus Gruppe erhält der NABU von dem Mobilfunkunternehmen bis zu drei Euro für jedes Altgerät. Dieses Geld kommt unmittelbar dem Naturschutzprojekt „Untere Havel“ zu Gute.

Die Untere Havelniederung ist das größte und bedeutsamste Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Hier findet man eine Vielzahl von stark gefährdeten und vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Durch Ausbaumaßnahmen, insbesondere im 20. Jahrhundert erlitt der Fluss erhebliche ökologische Schäden. Mit dem Projekt soll die Havel wieder ein lebendiger Fluss werden und einen wertvollen Lebensraum für typische Pflanzen und Tiere bieten. Hierfür werden Altarme angeschlossen, Uferbefestigungen zurückgebaut, Unterhaltsbaggerungen vermindert, alte Flutrinnen aktiviert und Fischwanderhilfen errichtet.

Bereits seit Anfang 2010 wurde mit ersten Baumaßnahmen begonnen u.a. mit dem geplanten Anschluss von Altarmen sowie der Entfernung von Deckwerken am Flussufer. Bis 2021 soll das größte europäische Flussrenaturierungsprojekt abgeschlossen und die Havel wieder ein lebendiger Fluss sein.

Auch Sie können die Renaturierung der Havel unterstützen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie ihr Altgerät bei uns im NABU Strohballenhaus in Leiferde abgeben. Denn mit seinem ausgedienten Handy kann jeder – unabhängig von der Art des Mobiltelefons und des Telefonanbieters - einen Beitrag für den Naturschutz an der Unteren Havel leisten. Bei Rückfragen erreichen Sie uns unter: 05373 / 4361.


Svenja Kottutz absolviert ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beim NABU Kreisverband Gifhorn und verpackt die vielen Handys für das Recycling.
Svenja Kottutz absolviert ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beim NABU Kreisverband Gifhorn und verpackt die vielen Handys für das Recycling.