Lerchen und Kiebitze ohne Lebensraum

Umbruchverbot für Grünland noch weitgehend unbekannt

Zum Erhalt von Dauergrünland hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung für alle landwirtschaftlichen Betriebe, die EU-Direktzahlungen erhalten, im Oktober 2009 ein Verbot zum Umbruch von Dauergrünlandflächen ausgesprochen. Im Jahr 2009 bewegte sich die Abnahme in einem Bereich von sieben Prozent und damit eindeutig über der von der EU vorgegebenen Grenze von fünf Prozent, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

„Das Verbot zum Dauergrünland-Umbruch war längst überfällig, da Arten wie Feldlerche, Wiesenpieper und Kiebitz schon eine Vielzahl ihrer Grünlandlebensräume im Landkreis Gifhorn verloren haben, was die zurück gehenden Bestandszahlen belegen.“, so Gerhard Braun, Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Gifhorn.

Leider kommt es immer noch vor, dass Grünland weiter umgebrochen wird. So erreichen den NABU Anrufe und Meldungen von aufgebrachten Bürgern, welche an die zuständige Landwirtschaftskammer weitergeleitet werden. Durch die Missachtung der Verordnung zum Erhalt von Dauergrünland wird nicht nur Artenvielfalt und Naturhaushalt gefährdet, sondern auch das Ansehen eines ganzen Berufsstandes geschädigt.

Die Intensivierung in der Landbewirtschaftung hat dazu geführt, dass bereits viele Gelege der Wiesenvögel bei den unterschiedlichen Grünlandbearbeitungen verloren gehen. Auch die massiven Entwässerungsmaßnahmen der letzten 30 Jahre zeigen Wirkung: die Nahrung nimmt auf den Flächen ab und Bodenfeinde wie Hermelin, Fuchs und Hauskatze können in die Wiesenbrutgebiete vordringen. Sie finden sowohl die Nester als auch später die wenigen Küken. Wo Grünland umgebrochen wurde, kann man den brutplatztreuen Kiebitz auch auf Äckern antreffen. Meist brütet er dort aber ohne oder nur mit geringerem Erfolg, so dass auch solche Brutplätze nach einigen Jahren verwaisen. Die Bestände des Kiebitzes gehen daher seit Jahren dramatisch zurück. Der einst sehr häufige 'Allerweltsvogel' Kiebitz wird in Niedersachsen/Bremen nun schon in der Roten Liste als in der Kategorie 'stark gefährdet' geführt.