Wenn aus Holz, dann FSC-zertifiziert

NABU: Holz für Gartenmöbeln sollte zudem aus heimischen Wäldern stammen

Gartenmöbel haben wieder Saison. Überall bieten Baumärkte, Gartencenter und Möbelhäuser eine große Auswahl feil. Ob aus Eisen, Stahl, Kunststoff, Aluminium oder Holz, für jeden Geschmack und auch für jeden Geldbeutel lässt sich etwas finden. Fällt die Wahl auf Gartenmöbel aus Holz rät der NABU zu Produkten mit dem Label des Forest Stewardship Council (FSC). „Nur hier kann sich der Verbraucher sicher sein, dass er ein Produkt aus umweltschonender und sozialverträglicher Holzwirtschaft erwirbt“, sagt Gerhard Braun, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Gifhorn. Insbesondere beim Kauf von Gartenmöbeln aus Tropen- und Eukalyptusholz müsse man darauf achten, dass Stühle, Bänke und Tische einzeln mit dem FSC-Label versehen seien. „Die Bezeichnung ´aus Plantagenwirtschaft` oder ´aus naturnahem Waldbau` allein reicht nicht aus“, so Gerhard Braun weiter. Plantagen bestünden beispielsweise häufig nur aus einer Baumart, würden dort wachsen wo zuvor artenreicher Wald gestanden hätte und wenig umweltfreundlich geerntet. Zudem würden massiv Düngemittel und Pestizide eingesetzt.

Allerdings sollte Tropen- oder Eukalyptusholz sowieso nur zweite Wahl sein. „Der NABU empfiehlt, darauf zu achten, dass das verwendete Holz aus heimischen Wäldern stammt“, so Gerhard Braun. Robinie, Edelkastanie und Eiche seien ebenfalls wetterbeständig. Aber auch Lärche und Kiefer eigneten sich als Gartenmöbel. „Bei pfleglicher Behandlung und einem witterungsgeschützten Platz im Winter hält eine solide Kiefernbank auch ihre 20 Jahre“, sagt Gerhard Braun. Wichtig sei aber auch hier das FSC-Siegel, denn selbst Lärchen und Kiefern könnten aus Raubbau stammen: Schätzungsweise 20 Prozent dieser Baumarten würden in Estland und Russland illegal eingeschlagen und dann über finnische Importe auf dem deutschen Markt landen. Zudem sei das Angebot an FSC-zertifiziertem, heimischem Holz gestiegen, da in den letzten Jahren die Staatsforste einiger Bundesländer FSC-zertifiziert worden seien. „Jeder gut sortierte Baumarkt oder Gartencenter hat zumeist eine Sitzgruppe aus solchen Hölzern im Angebot, so dass man hier heute recht schnell fündig wird“, weiß Gerhard Braun.

Das FSC-Siegel ist das offizielle Label des Forest Stewardship Council, eines weltweit organisierten Verbundes von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Vertretern der Holzwirtschaft und sozialer Verbände. Bereits seit zehn Jahren vergibt das FSC an Forstbetriebe in aller Welt Zertifikate für ökologisch verträgliche und sozial gerechte Waldbewirtschaftung. Forstbetriebe, die dieses Zeichen führen wollen, müssen strenge Kriterien erfüllen: Kahlschläge sind verboten, geschlagenes Holz muss schonend aus dem Wald geholt werden, naturnahe Wälder sollen mit ihrer ganzen Vielfalt an Pflanzen und Tieren erhalten bleiben, der Einsatz von Pestiziden und das Einbringen gentechnisch manipulierter Pflanzen ist verboten. Überprüft wird die Einhaltung dieser Kriterien von unabhängigen Experten.