Naturschutz selbstgebaut
NABU: Jetzt noch Nisthilfen für Vögel, Insekten und Fledermäuse anbringen

Wohnungsmangel ist ein Problem unserer Zeit. Mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand kann hier jedoch Abhilfe geschaffen werden. Nicht für die Menschen, leider. Für eine Vielzahl von Tieren allerdings können künstliche Nisthilfen und Unterkünfte die ärgste Wohnungsnot überbrücken helfen. "Der Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten hat für viele unserer Mitgeschöpfe ernste Ausmaße angenommen", so Gerhard Braun, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Gifhorn. Dabei seien es vor allem die sich verändernden Landnutzungsformen und die übertriebene Ordnungsliebe des Menschen in seinem unmittelbaren Wohnumfeld, die der heimischen Tierwelt die Wohnungssuche erschweren.

"Dort wo alte Hochstammobstbäume fehlen, wo Scheunen vernagelt oder Ställe hermetisch abgeschlossen werden, wo Hecken nur noch als Hindernis betrachtet werden und Bäume nicht mehr alt und morsch werden dürfen, ist auch kein Platz mehr für Steinkauz, Siebenschläfer, Rauchschwalbe, Wildbiene oder Fledermaus," so Gerhard Braun weiter. Hier gegenzusteuern und eine struktur- und artenreiche Umwelt zu erhalten, müsse oberstes Ziel des Naturschutzes sein. Daneben böten aber auch vom Menschen angebotene künstliche Nisthilfen wenigstens einigen der wohnungssuchenden Tierarten die Möglichkeit, über die Runden zu kommen. "Mit einem Nistkasten kann kleinen Singvögeln, wie den Meisen, den Sperlingen, dem Rotschwanz oder auch dem Star ein passendes Quartier geschaffen werden. Auch Schwalbennester oder Steinkauzröhren aus Menschenhand können helfen," erklärt Gerhard Braun der auf die wichtigste Grundregel beim Bau von Nisthilfen und anderen Hilfen für wohnungssuchende Tiere verweist: "Niemals chemisch behandelte Materialien verwenden." Die fertigen Kästen könnten noch bis Ende Februar aufgehängt werden. Bereits angebrachte Nistkästen sollten bis Ende Februar noch gereinigt werden, denn in alten Nestern hausen häufig Flöhe, Milben oder Lausfliegen. Es genüge das alte Nest zu entfernen und den Kasten bei stärkerer Verschmutzung auszubürsten.

Doch nicht nur Vögel, auch Fledermäuse und Insekten können Hilfe beim Nistbau gut gebrauchen. Für Insekten sind Nisthilfen leicht gebaut: Ein mit Bohrlöchern versehenes Stück Holz wird an eine sonnige, windgeschützte Stelle im Garten aufgehangen und schon können dort Bienen und Wespen ein Zuhause finden. Fledermauskästen benötigen etwas mehr Aufwand, können jedoch mehrere Jahre von den Tieren bewohnt werden. Wer es selber nicht mehr schafft Nistkästen zu bauen, der kann auf ein breites Angebot in Baumärkten und im Naturversand zurückgreifen. „Allerdings sind voll ausgebuchte Nistkästen nur dann zu erwarten, wenn der Garten naturnah gestaltet ist und die Vögel entsprechend Nahrung finden,“ erklärt der NABU.