NABU schneitelt Kopfweiden an der Gravenhorster Riede

Für die Tierwelt bieten die Weiden wichtige Lebensräume: Blätter, Blüten, das Dickicht der Ruten sowie Hohlräume in alten Stämmen und Wurzeln werden intensiv genutzt. Vögel brüten in und an den Kopfweiden, Säuger wie Marder, Iltis, Siebenschläfer und Fledermäuse nutzen die Hohlräume und zahlreiche Insekten wie Weidenbohrer und die Honigbienen sind auf Holz, Blätter und Pollen angewiesen. Weiden sind mit die ersten Pflanzen, die nach dem Winter blühen (Weidenkätzchen) und der Imker stellt seine Bienenkörbe gerne in der Nähe von Weiden auf, erläutert Uwe Kirchberger, Geschäftsführer des NABU Kreisverband Gifhorn.

Alle heimischen Weidenarten sind ausgesprochen lichtbedürftig, schnellwüchsig und auf einen mehr oder weniger feuchten Untergrund angewiesen. Als Pionierpflanzen bilden sie rasch ein dichtes Wurzelwerk aus, festigen den Boden und regulieren den Wasserhaushalt günstig.

Nur durch regelmäßigen Pflegeschnitt im Winter (alle zwei bis sechs Jahre) kann verhindert werden, daß der Baum durch zu starke Äste auseinanderbricht. So hat der NABU Kreisverband Gifhorn dieses Jahr im Gebiet der Samtgemeinde Isenbüttel 40 Kopfweiden geschneitelt. Dabei wurden zahlreiche Stecklinge gewonnen, die nun wieder an anderer Stelle als Uferbepflanzung neuen Lebensraum begründen.

Die Wurzelbildung an Stecklingen ist sehr gut: in kürzester Zeit schlagen sie Wurzeln und bilden neue Sträucher bzw Bäume. Zurückgeschnittete Weiden treiben bald zahlreiche neue Äste aus. Aus diesen dünnen, biegsamen und gerade gewachsenen Zweigen haben die Menschen schon seit Jahrhunderten robuste Körbe geflochten und auch zum Hausbau (Weidengeflecht mit Lehmputz) lieferte die Weide Baumaterial. Außerdem wurde sie als Brennmaterial, zur Uferbefestigung, als Weidepfähle und zur medizinischen Behandlung verwendet.

Heute gewinnen die Weiden für die Garten- und Spielplatzgestaltung zunehmend an Bedeutung. So lassen sich aus dem Weidenschnittgut die unterschiedlichsten Gebilde errichten, die sich zu lebenden Bauwerken entwickeln. Hierzu gehören Zäune, Zelte, Tunnel, Bänke und vieles mehr, was der NABU bei verschiedenen Kindergärten und Schulen im Landkreis Gifhorn bereits verwirklicht hat. Wer sich gern selbst als grüner Baumeister versuchen möchte, kann entsprechendes Schnittgut vom NABU erhalten und meldet sich unter Tel.: 05373 / 4361 oder e-mail: info@nabu-gifhorn.de