NABU informiert über einen viel diskutierten Erdbewohner: Der Maulwurf
--Ein verkannter Freund des Gärtners

Der Boden lebt! So mancher Gartenfreund hat dies schon auf besonders auffällige Weise erfahren: Innerhalb weniger Stunden türmen sich plötzlich schwarzbraune Erdhaufen auf dem wohlgepflegten Rasen. Verursacher ist der Maulwurf. Im zeitigen Frühjahr sind die Tiere besonders aktiv, denn nun erneuern sie ihre unterirdischen Gänge. Viele Gartenbesitzer greifen dann zu teilweise drastischen Mitteln, um den unerwünschten Bewohner zu vertreiben. "Dabei gehört der europäische Maulwurf nach der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Tierarten und darf nicht verfolgt oder getötet werden", erklärte Gerhard Braun, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Gifhorn.
Tatsächlich sei der Maulwurf für den Gärtner ausgesprochen nützlich.

Der tag- und nachtaktive Maulwurf ist ein reiner Fleischfresser. Er schädigt auch keine Pflanzen, indem er deren Wurzeln anknabbert, wie so mancher meint. Der bis zu 17 Zentimeter große, walzenförmige Einzelgänger lebt fast ausschließlich unterirdisch. Ein weit verzweigtes Röhrensystem mit einer Größe von 300 bis 3.000 Quadratmetern dient als Jagdrevier. Bei der Nahrungssuche hilft dem fast blinden Maulwurf ein hervorragender Tast- und Geruchssinn sowie ein ausgezeichnetes Gehör. So macht eine Insektenmade, die in einen Maulwurfsgang fällt, für ihn ein lautes Geräusch. Wie eine schnelle U-Bahn fährt er dann durch seine Tunnel und frisst den Eindringling. Zum Speiseplan des Maulwurfs gehören eine Menge Tiere, die in Gartenbeeten mehr Schäden anrichten würden als dessen Wühlarbeit: Schnecken und --eier, Engerlinge und Insektenlarven. "In einem Jahr vertilgt er bis zu 36 Kilogramm Kleinlebewesen", erklärte Gerhard Braun. Außerdem vertreibe er Wühlmäuse aus seinem Revier. Der Maulwurf gräbt von seinem Hauptnest aus je nach Beutevorkommen ständig neue Röhren. In einer einzigen Nacht kann er Tunnel von fast 100 Meter Länge anlegen. Dabei setzt er seine Vorderbeine ein, die zu mächtigen Grabschaufeln umgewandelt sind. Mit den scharfen Krallen seiner fünf ,Finger' kratzt er Erde auf und drückt sie dann mit den breiten Handflächen an den Röhrenwänden fest. Wenn sich die losgelöste Erde zu stark anhäuft gräbt das Tier einen Gang an die Oberfläche und befördert diese durch kräftige Stöße mit dem Kopf nach draußen. Die so entstehenden Maulwurfshügel dienen der Belüftung des Gangsystems. Deshalb nützt es wenig, so Gerhard Braun, diese flach zu klopfen, das Tier muss dann neue Hügel aufwerfen. Außerdem hilft die Wühlarbeit dem Gärtner das Erdreich aufzulockern. Darüber hinaus wirken die unterirdischen Röhren auch als Drainagesystem.Nicht zuletzt gilt die Erde von Maulwurfshügeln, pur oder mit etwas Kompost vermischt, als beste Erde für Blumenkästen und --töpfe. So meint Gerhard Braun, dass man dem kleinen, fleißigen Helfer den ein oder anderen Hügel auf der Wiese ruhig nachsehen sollte.