Weißstorchbericht 2017 für den Kreis Gifhorn

Gifhorner Land bleibt Storchenland

Weißstorchbestand weiter angestiegen, Rekordergebnis bei den Jungen - 42 Paare siedelten sich an, 69 Junge wurden flügge

 

Saisonverlauf

  • Zuwachs bei den Paaren, viele erst Zweijährige
  • Etliche Neu- und Wiederansiedlungen, jetzt fünf Orte mit mehr als einem Paar
  • Rekordergebnis bei den flüggen Jungen
  • Massenansammlung in der Okeraue
  • Jonas - ein besonderer Storch

 Zuwachs bei den Paaren, viele erst Zweijährige

 

Die positive Entwicklung des Weißstorchbestandes in den alten Bundesländern setzte sich in diesem Jahr auch im Kreis Gifhorn fort. Die Zahl der Paare erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 39 auf nun 42. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist der allgemeine Storchenzuwachs. Immer mehr Störche überwintern bereits in Spanien. Sie kommen von dort in größerer Anzahl früher und in meist guter Verfassung zurück. So steigt die Population. In diesem Jahr gibt es noch einen weiteren Grund für den Anstieg bei den Storchenpaaren. 2015 erbrachte in den alten Bundesländern bei den flüggen Jungen ein absolutes Rekordergebnis. Von denen nahmen nun im Alter von zwei Jahren etliche erstmals am Brutgeschehen teil. Diese Zweijährigen machten dabei im Kreis Gifhorn bereits rund 15% des Gesamtbestandes aus.

 

Etliche Neu- und Wiederansiedlungen- jetzt fünf Orte mit mehr als einem Paar

 

Neuansiedlungen gab es in Gifhorn/Lehmweg, Neudorf-Platendorf/Mooreiche, Leiferde/Ort, Teichgut und Ummern-West. Nach Leerstand in Vorjahren diesmal wieder besetzt waren: Bergfeld und Parsau/Ort. Gegenüber dem Vorjahr nicht besetzt waren: Barwedel, Giebel, Kaiserwinkel und Wagenhoff.

Die Orte mit mehr als einem Paar haben sich damit auf nun fünf erhöht: Je zwei Paare sind es in Neudorf/Platendorf, Ummern und Weyhausen, drei in Gifhorn und nun schon vier in Leiferde

 

Rekordergebnis bei den flüggen Jungen

 

Von den 42 Paaren begannen 35 mit der Brut. Nicht zur Brut schritten Paare in Bergfeld, GF- Winkel, Parsau/Ort, Neudorf-Platendorf/Mooreiche, Teichgut, Volkse und Wittingen. Brutabbrüche gab es in Leiferde/Dorf, Radenbeck, Vorhop, Westerholz und Weyhausen/West. Letztlich wurden dann in 30 Nestern 69 Junge flügge. Es ist dies die höchste Anzahl nach 1964 (damals 85). Je ein flügges Junges (8x) war es in Ahnsen, Ausbüttel, Didderse, Gifhorn/Lehmweg, Hoitlingen, Jembke, Neudorf/Platendorf und Vollbüttel. Je zwei Junge (9x) flogen aus in Dannenbüttel, Leiferde/Baum, Leiferde/Schornstein, Osloß, Rötgesbüttel, Rothemühle, Ummern/Ost, Wahrenholz und Wasbüttel. Je drei Junge (9x) waren es in Betzhorn, Calberlah/Wiesen, Isenbüttel, Knesebeck, Leiferde/Mast, Rühen, Triangel, Ummern/West und Weyhausen/Süd (Hohe Horst), je vier (4x) in GF-Kästorf, Hankensbüttel, Hülperode und Wesendorf.

 

Massenansammlungen in der Okeraue

 

Im Gebiet Okeraue, Rieselfelder und Alba-Deponie nördlich von Braunschweig halten sich außer den Brutstörchen der Umgebung auch immer mehr übersommernde Störche auf, die noch nicht brüten. Im August kommen dann Jungstörche hinzu, die sich hier vor ihrem Abflug ins Winterquartier sammeln. In diesem Jahr gab es nach starken Niederschlägen ein Sommerhochwasser. Auf den durch die Oker überschwemmten Wiesen zwischen Watenbüttel und Groß Schwülper fanden sich in der ersten Augusthälfte immer mehr Störche ein. Ihre Zahl stieg bis auf über 150 an! So viele Störche zugleich hatte es hier noch nie gegeben. Viele von ihnen waren beringt und konnten abgelesen werden. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem auch diesjährige Jungstörche dabei waren. Sie stammten insbesondere aus dem Kreis Gifhorn und den benachbarten Kreisen Helmstedt, Peine und Wolfsburg. Die Überschwemmungen bescherten ihnen optimale Nahrungsbedingungen. Somit konnten sie gut gestärkt dann die große Reise antreten.

 

Jonas – ein besonderer Storch

 

Im Nest Weyhausen/Süd (Hohe Horst) brütete in diesem Jahr das Storchenmännchen mit der Ringnummer Helgoland 072T (registriert jetzt unter DEW T 072), das den Namen Jonas bekommen hatte. Dieser Storch weist eine bemerkenswerte Lebensgeschichte auf. Geschlüpft und aufgewachsen ist Jonas 1997 bei einem freifliegenden Elternpaar im Zoo Münster (NRW). Zwei Jahre darauf war er Brutvogel in Großmoor (Kreis Celle). Mit dem dortigen Weibchen zog er drei Junge auf. Damit war er der erste beringte Storch weit und breit, der bereits im Alter von zwei Jahren erfolgreich gebrütet hat. Im Folgejahr kehrte er zurück, wurde aber von einem anderen Männchen vertrieben. Er zog dann in den Raum Gifhorn-Wolfsburg, brütete in Warmenau, Jembke, Eischott und ab 2004 dann auf dem Mast Fallersleben-Düpenwiese. Unzählige Autofahrer konnten und können im Vorbeifahren einen Blick auf dieses Nest werfen. Zehn Jahre danach erfolgte der Umzug auf ein Gebäude in der nahen Deponie. Und nun, 2017, wählte er mit seiner Partnerin als Brutstandort das Nest Weyhausen/Süd. Mit den drei Jungen in diesem Jahr hat Jonas bisher 45 (!) Junge großgezogen. Dies ist schon eine außergewöhnliche Leistung und soll hiermit an seinem nun 20.Geburtstag auch entsprechend gewürdigt werden.

 

Storchengeschehen vor Ort

 

Ahnsen: Junges zu früh vom Nest

 

Nur ein Junges wuchs heran. Bei seinem ersten Abflug stellte sich heraus, dass es nicht in der Lage war, zurück ins Nest auf dem hohen Schornstein zurück zu kehren. Auf seiner Wanderung durch das Dorf konnte es schließlich in einer Reithalle geborgen und nach Leiferde gebracht werden. Dort ist es dann später problemlos ausgeflogen.

 

Ausbüttel: Ein Junges und noch drei Eier

 

Von Anfang an wurde nur ein Junges gesichtet. Bei seiner Beringung zeigte sich dann, dass außerdem noch drei Eier im Nest lagen. Eins war unbefruchtet, eins angebrütet und im dritten befand sich ein fast ausgewachsener toter Embryo. Ursachen für diese Fehlentwicklungen sind nicht bekannt. Immerhin: das Einzelkind wurde flügge.

 

Bergfeld: Zum Brüten noch zu jung

 

Sie bauten das Nest aus. Sie paarten sich, wenn auch anfangs noch unbeholfen. Gebrütet wurde aber nicht. Mindestens ein Partner war noch nicht voll brutreif. Beim beringten Männchen konnte sein Alter festgestellt werden. Es ist erst zwei Jahre alt und stammt aus dem Nest in den Wiesen bei Calberlah. Die beiden blieben bis Mitte Juli.

 

Betzhorn: Diesmal blieb das Weibchen

 

Nach mehrfachem Weibchenwechsel in den letzten Jahren kam diesmal die Störchin vom Vorjahr wieder. Da das Männchen nun zum fünften Mal in Folge dasselbe war, brütete somit das Paar nun in gleichbleibender Besetzung. Drei der zunächst vier Jungen wurden flügge. Übrigens: Der eine Jungstorch, der im Vorjahr mit Beinbruch nach Leiferde kam, konnte in diesem Frühjahr dort ausgewildert werden.

 

Calberlah: 15 Jahre in Folge auf demselben Nest

 

Das Männchen in Calberlah/Wiesen ist besonders standorttreu. Seit seiner ersten Brut 2003 ist es jedes Jahr wiedergekommen. Seine jetzige Partnerin brütete nun zum sechsten Mal mit ihm zusammen. Diesmal zogen sie drei Junge auf. Mit 27 flüggen Junge in den letzten zehn Jahren weist dieser Standort eine sehr hohe Nachwuchs-Produktivität auf.

 

Dannenbüttel: kurzfristig Zweitnest-Bauaktivitäten

 

In der letzten Zeit vor dem Flüggewerden der beiden Jungen bezogen die Eltern häufig einen Hausschornstein in Sichtweite. Dort blieben sie auch über Nacht. Und dann begannen sie, Zweige heranzuschaffen und sich an den Bau eines Zweitnestes auf diesem Schornstein zu machen. Ihre Aktivitäten ließen aber wieder nach. Nach Abzug der Jungen kehrten die Eltern zurück auf ihr gewohntes Nest.

 

Didderse: Brut mit Verzögerung

 

Am 3.April war der zweite Storch eingetroffen und das Paar damit komplett. Der Brutbeginn ließ aber auf sich warten. Erst ab dem 21.April saß immer ein Storch im Nest. Es wurde also doch noch gebrütet. Wieviel Junge schlüpften, ist unklar. Eins wurde am 4.Juni tot unter dem Nest gefunden. Dann wurde nur noch eins gesichtet und schließlich auch flügge.

 

Giebel: Das Nest blieb leer

 

Im Vorjahr wurde auf dem ehemaligen Forsthaus nicht gebrütet. Nur das Weibchen war zurückgekehrt. Es blieb allein. Diesmal war das Nest gar nicht besetzt. Das frühere Weibchen hatte sich einige km weiter östlich in Sachsen-Anhalt niedergelassen und brütete dort. Ersthafte Interessenten am nun freien Nest gab es nicht.

 

Gifhorn-Kästorf: Storchenmännchen äußerst ungehalten

 

Die Storcheneltern zogen wie im Vorjahr vier Junge groß. Bei der Beringung zeigte sich das Storchenmännchen „Georg“ äußerst ungehalten. Zunächst flog er beim Nahen der Drehleiter erst im letzten Moment ab. Empört klappernd umkreiste er dann immer wieder das Geschehen, bis die Aktion beendet war. Ob es sich daran erinnerte, dass ich es war, der ihn neun Jahre zuvor als Junges im Nest in Giebel beringt hatte und dann in den letzten Jahren wieder nun zur Beringung seiner eigenen Jungen erschienen war?

 

GF-Lehmweg: Brutstorch mit spanischem Ring

 

Die erste Überraschung war, dass erstmals überhaupt im Nest am Lehmweg gebrütet wurde. Dann stellte sich heraus, dass der eine Elternstorch einen zunächst nicht abzulesenden kleinen Ring über dem linken Fuß trug. Als das, zumindest teilweise, dann doch gelang, erfolgte die zweite Überraschung: Es war ein spanischer Ring. Noch nicht beantwortet ist die Frage, ob dieser Storch tatsächlich aus Spanien stammte oder ob ihm dort auf dem Zug ein spanischer Ring angelegt wurde. Das eine Junge wurde erst sehr spät flügge. Am 1.September zog es zusammen mit seinen Eltern ab.

 

Gifhorn-Winkel: Mobiles Männchen

 

Erst Mitte Mai siedelte sich ein Paar an. Dessen zweijähriges Männchen stammte aus Vorhop und war in diesem Jahr zuvor schon im Februar im spanischen Winterquartier bei Madrid und ab April dann auf Nestern in Gerstenbüttel, Ettenbüttel und Parsau abgelesen worden. Nun mit Partnerin blieb es eine Zeitlang in Winkel, tauchte dann aber auch wieder an anderen Stellen auf, z.B. an der überschwemmten Isewiesen südlich von Wahrenholz und auf der Alba-Deponie bei Watenbüttel. Ob es im nächsten Jahr reifer geworden richtig sesshaft wird?

 

Hahnenhorn: Diesmal nur Besuchsstörche

 

Am 1. Juni fand sich ein Paar ein. Eine Brut war da nicht mehr möglich. Die beiden blieben, zählen aber aufgrund ihrer Ankunft nach dem Stichtag 17.Mai lediglich als Besuchsstörche.

 

Hankensbüttel: Zweiter Vierer in 25 Jahren

 

2002 wurden im seit 1993 besetzten Nest am Otterzentrum erstmals vier Junge flügge. Seither flogen aber immer nur noch ein oder zwei Junge aus. Zwischendurch gab es auch Jahre ohne Bruterfolg. Darum war die Freude groß, als in diesem Jahr gleich vier Junge heranwuchsen und dann auch trotz mancher Unwetter alle flügge wurden.

 

Hoitlingen: Plötzlich war es nur noch einer

 

Sieben Wochen lang wuchsen zwei Jungstörche auf. Alles schien in Ordnung. Dann war mit einem Male nur noch einer im Nest. Was mit dem anderen geschehen war, blieb unklar. Überreste wurden nicht gefunden. Ein Futter-Engpass als Ursache ist unwahrscheinlich. Unwetter gab es in dieser Zeit auch nicht. Die Eltern hatten auch schon im Vorjahr erfolgreich zusammen gebrütet, waren also nicht unerfahren. Das andere Junge hingegen wurde problemlos flügge.

 

Hülperode: Nachbarmännchen übernahm vakanten Platz

 

In der 2012 errichten Nisthilfe brütete fünf Jahre lang dasselbe Männchen. Diesmal aber kam es nicht wieder. Das bemerkte sehr schnell das Männchen aus dem nahe gelegenen Harvesse. Und weil der Neststandort am Grenzweg einschließlich Weibchen offensichtlich attraktiver war, nahm er schon bald den vakanten Platz ein. Die dann vier flüggen Jungen sind ein Beleg dafür, dass es auch in dieser neuen Zusammensetzung gut klappte.

 

Isenbüttel: Erstmals Bruterfolg für früheren Gehegestorch

 

Nach sieben Jahren Gehegehaltung ausgewildert hatte sich das Männchen auf dem Nest in Isenbüttel angesiedelt und dort zweimal gebrütet, allerdings ohne Erfolg. War es möglicherweise unfruchtbar geworden? Doch nun beim dritten Mal klappte es dann doch. Gleich vier Junge wuchsen heran und wurden von beiden Eltern versorgt. Flügge wurde letztlich drei - eine erfreuliche Bestätigung der Auswilderungsmaßnahme.

 

Jembke: Zögerliche Entwicklung mit nur einem Jungen

 

Der erste Storch kam bereits Ende Februar, ein zweiter Mitte März. Der blieb aber nicht. Am 4. April war das Paar komplett, begann aber erst zwei Wochen danach mit der Brut. Von anfangs wohl nur zwei geschlüpften Junge wirkte eins sehr schwach und wurde nur wenige Tage beim Füttern gesehen. Das andere Junge wurde flügge. Vermutlich war in diesem Jahr mindestens einer der Altstörche neu gegenüber dem Vorjahr.

 

Kaiserwinkel: Diesmal keine Störche

 

Fünf Jahre in Folge war im Nest an der Guleitzer Straße gebrütet worden. Diesmal aber kam das Männchen vom Vorjahr nicht wieder, und seine damalige Partnerin entschied sich für den Ost-Drömling. Weil sich auch kein neues Paar ansiedelte, blieb das Nest leer.

 

Knesebeck: Erstmals wieder drei Junge

 

Während bis zum Jahr 2000 mehrfach und - dann noch einmal - 2004 drei Junge in Knesebeck flügge geworden waren, flogen seither maximal zwei Junge aus. In diesem Jahr knüpften die Störche an frühere Erfolge an. Es wurden wieder drei Junge flügge.

 

Leiferde: Ein viertes Nest mitten im Ort

 

Das war eine Überraschung: Auf einer gekappten Eiche im Kehrwieder mitten im Dorf begann ein Storchenpaar, Zweige heranzutragen und ein Nest zu bauen. Das gelang, auch wenn anfangs erst noch vieles herunterfiel. Drei Junge schlüpften. Sie fielen dann allerdings der schlechteren Witterung zum Opfer. Mit nun vier besetzten Nestern ist Leiferde das Storchendorf Nr.1 im Kreis, wobei die Anbindung an das NABU Artenschutzszentrum schon eine wichtige Rolle spielt.

Vom Nest auf dem Schornstein brauchte Friedrike bei ihrer Ankunft diesmal keine zwischenzeitliche Konkurrentin vertreiben. Mit Fridolin brütete sie vier Junge aus, von denen zwei Junge flügge wurden. Erneut erwies sich das Männchen im Nest auf Mast zunächst als sehr scheu und flog bei jeder menschlicher Annäherung ab. Das änderte sich aber, als gebrütet wurde. Drei Junge flogen aus. Den unruhigsten Brutplatz hatte wieder das Paar auf der gekappten Weide. Trotzdem wurden zwei Junge groß. Im nächsten Jahr gibt es eine Nistplatz-Alternative in einem sichtgeschützten Bereich.

 

Neudorf-Platendorf: Ein Nachgelege und ein zweites Paar

 

Ganz lange gab es überhaupt keine Störche im Ort. Nun brütete zum vierten Mal in Folge ein Paar auf dem Mast im Dammwildgehege, allerdings nicht ohne Komplikationen. Zu dem Weibchen hatte sich ein neues Männchen gesellt. Dann kam das alte zurück, vertrieb den Konkurrenten und zerstörte die Eier. Zwei Wochen danach legte das Weibchen noch einmal zwei Eier. Das kommt nur sehr selten vor. Ein Junges wurde flügge. Mitte Mai siedelte sich ein weiteres Paar auf einer Nisthilfe in zwei km Entfernung an. Eine Brut erfolgte nicht mehr, es blieb aber bis zum Saisonende. Nun ist natürlich die Hoffnung da, dass im nächsten Jahr dann zwei Paare im Ort brüten.

 

Osloß: Mit junger Störchin aus Rheinland-Pfalz früh komplett

 

Viel eher als in all den Jahren zuvor kam der zweite Storch. Es handelte sich um ein dreijähriges Weibchen, das vom Nest auf dem Pfarrhaus in Schauerheim in Rheinland-Pfalz stammt. Damit fliegt sie anders als ihre Vorgängerin die Westroute. Zusammen mit ihrem erfahrenen Partner gelang es, zwei Junge großzuziehen.

 

Parsau/Ort: Junges Paar ohne Brut

 

Nachdem im letzten Jahr das Nest leer blieb, kam diesmal doch wieder ein Paar. Für eine Brut reichte es aber nicht. Offensichtlich war zumindest einer der beiden noch zu jung.

 

Radenbeck: Junge starben durch Hagel-Unwetter

 

Am 13. Mai überzog ein in dieser Form noch nicht erlebtes Hagelunwetter den Raum Radenbeck. Im Anschluss daran flogen beide Altstörche auch wieder gleichzeitig vom Nest. Gefüttert wurde nicht mehr. Damit war klar: Die drei Jungen haben das Unwetter nicht überlebt. Sie wurden danach tot von den Eltern aus dem Nest geworfen.

 

Rötgesbüttel: Bisheriges Männchen vertrieb neues Paar

 

Früher als sonst siedelte sich ein Paar an. Doch dann kam das vorjährige Männchen und vertrieb nach heftigen Kämpfen die beiden. Anschließend traf auch das bisherige Weibchen ein, das als Ostzieherin ohnehin später kommt. Von zunächst drei Jungen wurden zwei flügge.

 

Rothemühle: Störchin begeht Zehnjähriges mit nun 31 Jungen

 

Sieben Jahre in Klein-Schwülper und nach dem Umzug nun zum dritten Mal im benachbarten Rothemühle hat das Weibchen DEW 3X 631 gebrütet und dabei einschließlich der beiden diesjährigen insgesamt 31 Junge groß gezogen. Das ist schon ein herausragendes Ergebnis. Sie ist damit unsere aktuell produktivste beringte Störchin im Gifhorner Land. Mit ihr daran beteiligt waren mindestens zwei verschiedene Männchen.

 

Rühen: Dritte erfolgreiche Brut nacheinander

 

Nach der Wiederansiedlung auf dem damals extra für die Störche umgebauten neuen Schornstein wurden nun zum dritten Mal in Folge Junge flügge. Diesmal waren es sogar drei. Das hatte ein Storchenpaar in Rühen zuletzt 2001 erreicht. Übrigens: Ein Jungstorch des Jahrgangs 2015 wurde in diesem Sommer als nun Zweijähriger in einer Gruppe von Nichtbrütern an der Elbe bei Hitzacker abgelesen.

 

Schönewörde: Versuch einer Alternative

 

Vor der Saison gab es einen Umzug. In einer Gemeinschaftsaktion wurde die etwas außerhalb an den Klärteichen gelegene Nisthilfe samt dazugehörigem Mast nun ins Dorf in die Nähe des Feuerwehrhauses versetzt. Dahinter steht die Überlegung, dass sich die Störche hier doch sicherer fühlen könnten als in der freien Landschaft. In diesem Sommer hatte die Maßnahme noch keinen Erfolg. Es kamen nur ab und zu Besuchsstörche.

 

Teichgut: Weibchen aus Bayern noch zu jung

 

Erstmals überhaupt siedelte sich ein Storchenpaar in Teichgut an. Das Männchen, zuvor Brutstorch in Westerholz, hatte schon im Vorjahr zeitweise das Nest besetzt und dabei ausgebaut. In diesem Jahr kam es wieder. Drei Wochen später gesellte sich ein junges Weibchen aus Bayern hinzu. Es war erst zwei Jahre alt und noch nicht voll brutreif. Zu einer Brut kam es jedenfalls nicht. Dieses Weibchen zog dann am 7.Juni weiter.

 

Triangel: Gleich Entscheidung für das heimische Nest

 

Im Vorjahr wurde das Paar längere Zeit immer wieder auch im benachbarten Dannenbüttel gesichtet. Es pendelte hin und her. Letztlich brütete es dann aber doch erneut in Triangel. Diesmal entschieden sich die beiden Elternstörche in ihrem nun neunten Jahr schon gleich nach der Ankunft: Wir bleiben hier und ziehen hier unseren Nachwuchs groß. So geschah es dann auch. Von den zunächst vier Jungen wurden letztlich drei flügge.

 

Ummern: Erstmals zwei Storchenpaare im Ort

 

Ein Storchenpaar hatte es im Ort erstmals wieder seit 2010, sogar zwei allerdings noch nie gegeben. Doch nun wurde eine ca. 800 m vom ersten Nest entfernte weitere Nisthilfe ebenfalls angekommen. Nach anfänglichen Nestkämpfen beider Paare herrschte nach Brutbeginn dann weitgehend Burgfriede. So war es möglich, dass in beiden Nestern Junge flügge wurden, in Ummern/Ost zwei und Ummern/West sogar drei Junge. Einer der dortigen Neuansiedler stammt aus Lichtenau in Bayern und war erst zwei Jahre alt.

 

Volkse: Undurchsichtiges Besetzungsgeschehen

 

Die Storchensituation blieb länger undurchsichtig. Anfangs begann ein noch junges Paar auf einer gekappten Eiche „Im Winkel“ ein Nest zu bauen. Dann traf das beringte Männchen der Vorjahre ein. Es bezog sein Mastnest auf Hof Köhler, flog aber auch zeitweilig auf die Eiche. Deren Erstansiedler waren wohl wieder weg. Dann kam ein Weibchen. Es war –wie schon in den beiden Jahren zuvor- trotz anfänglicher Versuche für eine Brut offensichtlich noch zu jung. Die beiden blieben fortan zusammen. Zuweilen wurde auch das neue Nest auf der Eiche angeflogen. Später unternahmen sie Überlandtouren bis in den Kreis Peine.

 

Vollbüttel: Diesmal gleich zum vertrauten Nest

 

Im Vorjahr hatte die Vollbütteler Störchin zunächst einmal versucht, bei Fridolin in Leiferde zu landen und zu bleiben. Dort von Friederike vertrieben kehrte sie wieder zu „ihrem“ Nest an der Kläranlage zurück. Wohl noch in Erinnerung an das damalige Geschehen flog sie diesmal gleich nach Vollbüttel, wo sie von ihrem dortigen Partner schon erwartet wurde. Aufgrund eines trockenheitsbedingten Nahrungsengpasses nach dem Schlüpfen wurde nur ein Junges flügge.

 

Vorhop: Zweiter Totalverlust in Folge

 

In den ersten Tagen nach dem Schlüpfen wurden vier Junge gesichtet. Deren Zahl reduzierte sich dann bis auf einen, ohne dass eine eindeutige Todesursache zu erkennen war. Aber auch das letzte Junge starb. Es überlebte den Sturm mit Starkregen am 22.Juni nicht. Somit wurden wie im Vorjahr keine Jungen groß.

 

Wagenhoff: Nur sporadischer Besuch

 

Diesmal blieb das Nest bis auf gelegentliche Besuche leer.

 

Wahrenholz: Neues (altes?) Weibchen

 

Im Vorjahr brütete im Nest auf der Kirche erstmals seit vielen Jahren eine Störchin, die beringt war. Die entschied sich aber in diesem Jahr für einen Nistplatz in Sachsen. Ihre Stelle hier nahm nun wiederum eine unberingte Störchin ein – war es möglicherweise die von den Jahren davor? Mehr als zwei Junge wurden nicht gesichtet. Beide flogen aus.

 

Wasbüttel: Spätbrut erfolgreich

 

Erst sehr spät begann das Paar um den 20. Mai herum mit der Brut. Dennoch gelang es den beiden, zwei Junge groß zu ziehen. Die wurden dann gut zwei Monate danach flügge. Da waren bis auf einen alle anderen Jungstörche im Kreis schon längst abgezogen. Die Eltern warteten dann aber noch 12 Tage, damit ihr Nachwuchs Flugerfahrung sammeln konnte. Dann begaben sich alle gemeinsam auf die große Reise.

 

Wesendorf: Jungstorch im Wald geborgen

 

Mit diesmal vier flüggen Jungen festigte das Paar die Stellung Wesendorfs als produktivster Storchenstandort der letzten zehn Jahre im Kreis Gifhorn. Nachdem alle vier ausgeflogen waren, kam eines Tages die Nachricht aus dem südlich gelegenen Wochenendgebiet, ein Storch sei völlig entkräftet und durchnässt auf einem Grundstück mitten im Wald niedergegangen. Vor Ort bestätigte sich dies. Offensichtlich hatte der Storch - der kleinste der vier Jungen - im nahegelegenen Badesee zu lange und zu viel Wasser in die Federn bekommen, so dass ihn auf dem Heimflug die Kräfte verließen. Da er ohnehin geschwächt wirkte, kam er in die Pflegestation nach Leiferde.

 

Westerholz: Heftige Kämpfe, alle Eier zerstört

 

Auch diesmal kam es ab März mehrfach zu Kämpfen um das Nest. Ein gegenüber dem letzten Jahr neues Paar setzte sich durch und begann am 18.April mit der Brut. Fünf Tage darauf griffen erneut fremde Störche an. Das Paar konnte sich zwar behaupten, doch anschließend lagen die Eier zerstört unter dem Nest. Obwohl kurzfristig noch mal Hoffnung aufkam, gab es dann aber doch kein Nachgelege.

 

Weyhausen: Ruhiges Brutgeschehen nun im einen, ein Drama im anderen Nest

 

Am Standort Weyhausen/Süd (Hohe Horst) gab es einen Paarwechsel. Nach den schlimmen Ereignissen im Vorjahr mit einem toten Altstorch, zwei toten und einem schwerverletzten Jungstorch verlief das Brutgeschehen in diesem Jahr störungsfrei. Das nun 20-jährige Männchen „Jonas“ (siehe dazu auch den Beitrag unter Punkt 1 Saisonverlauf) zog mit seiner Partnerin drei Junge groß. Beringt werden konnten diese aber nicht, weil durch die starken Regenfälle in der Zeit eine Zufahrt zum Nest nicht möglich war. Am Standort Weyhausen/West schlüpften mindestens drei Junge. Am 8.Mai wurde dann das Weibchen tot vom Nest geborgen. Möglicherweise war es nach Kollision mit einem Fahrzeug verstorben Junge waren nicht mehr vorhanden. Schon am gleichen Tag stand eine Nachfolgerin parat. Nach kurzer Zeit wurde sie dann vom Männchen akzeptiert. Fortan waren die beide ein Paar. Gebrütet wurde aber nicht mehr.

 

Wittingen: Blutige Verletzungen durch Scheibenattacken

 

Wie schon im Vorjahr attackierte auch diesmal einer der beiden Störche immer wieder sein Spiegelbild in den Glasscheiben des nahen Wohnhauses. Dabei zog er sich blutende Verletzungen am Schnabel und eine große offene Wunde im Brustbereich zu. Ob es daran lag, dass das Paar nicht zur Brut schritt? Nach dem Ersterfolg 2014 gab es somit nun zum dritten Mal in Folge keinen Nachwuchs.

 

Ausblick und Dank

 

In den vergangenen Jahren ist der Weißstorchbestand bei uns stetig angestiegen. Vieles spricht dafür, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt, zumal nun auch die Jungen der zuletzt starken Geburtsjahrgänge brutreif werden. Darum gilt es auch weiterhin, dafür zu sorgen, dass unsere Störche genügend geeignete Nahrungsflächen und Biotope für sich und ihren Nachwuchs vorfinden.

 

Herzlich gedankt sei Doris Kina für die Pflege meiner Homepage, Friedrich Börner für die Unterstützung bei der Betreuung und den Ringmeldungen, Georg Fiedler, dem Landkreis Gifhorn und seinem Umweltamt, dem NABU-Artenschutzzentrum Leiferde und der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch für die gute Zusammenarbeit, Gerd Blanke als Pressestelle, Gerhard Braemer, Vera Jortzick, Thomas Brandes und Karsten van Heukelum für die Ringablesungen, dem heimischen Energieanbieter LSW und den Freiwilligen Feuerwehren Gifhorn und Wittingen für ihre Hilfeleistungen im Nestbereich, sowie den Weißstorch-Herbergseltern und allen weiteren Beobachtern vor Ort.

 

Hans-Jürgen Behrmann