Der Landkreis Gifhorn ist mit Wäldern
verschiedenster Arten reichlich gesegnet, dementsprechend kommen hier auch viele
Spechtarten vor.
Mit Abstand der häufigste ist der Buntspecht, der aber nicht nur Waldgebunden
ist, sondern auch in kleinen Feldgehölzen, in Gärten, ja sogar in Nisthilfen
am Haus brütet. Auch in Stadtgebieten ist er keineswegs selten, jedoch, was
die Nahrung angeht, stets auf Bäume, bzw. Totholz, angewiesen.
Buntspecht - Grünspecht
Anders verläuft die
Nahrungssuche bei den sogenannten Erdspechten wie dem Grau- oder Grünspecht.
Der Grauspecht bevorzugt Laubwälder mit größeren Lichtungen, Auwälder und auch
Parkanlagen. Da er bei der Nahrungssuche zurückgezogen und eher in Deckung bleibt,
wird man ihn selten zu Gesicht bekommen. Mit Geduld und etwas Glück kann man
den Grauspecht im östlichen Bereich von Meine, dem Barnbruch oder dem Ringellah
beobachten.
An Ameisenhaufen gelingen schöne Grünspechtbeobachtungen, der im Landkreis häufiger
als der Grauspecht ist. Auch sein "lachender" Ruf verrät diese attraktive Vogelart,
bevor man sie sieht. Lichte Laubwälder kennzeichnen seinen Lebensraum, doch
schmäht er auch nicht Vorgärten in Waldnähe, wo er die Rasenflächen nach Nahrung
absucht. Überhaupt sind frischgemähte Flächen im Randbereich der Wälder, Parks
oder Feldgehölze seine Vorliebe, sodass gute Beobachtungen im Sommer/Spätsommer
zustande kommen können. Wesentlich schwieriger gestaltet sich das Beobachten
von Mittelspechten, die an grobrindigen Bäumen wie Alteichen gebunden sind.
Zudem ist dieser Specht ziemlich rastlos, das heißt er wechselt ständig seinen
Nahrungsbaum und lebt ziemlich zurückgezogen im Kronenbereich der Bäume. Gute
Beobachtungsmöglichkeiten bietet der Barnbruch und auch die Umgebung des Ilkerbruch
und das vor allem in den Wintermonaten wenn die Bäume laubfrei sind.
Schwierig ist das Beobachten des Kleinspechts zumal dieser nicht sonderlich
ruffreudig ist. Auffällig ist aber seine Vorliebe für Gewässernähe, wo er nicht
selten in Erlen brütet. Auch bei diesem kleinsten "Buntspecht" kommen die schönsten
Begegnungen in den Wintermonaten zustande, wenn er, ganz in Meisenmanier kopfüber
die Äste im Kronenbereich nach Nahrung abstochert. Der bei weitem größte Specht
unserer Region ist der Schwarzspecht der im Flug schon mal mit einer Krähe verwechselt
werden kann. Er verrät sich aber durch seinen weithin hörbaren Ruf oder seinem
extrem lauten, einem Maschinengewehr ähnlichen Trommeln.
Grünspecht - Kleinspecht
Der Schwarzspecht bevorzugt größere
Waldflächen mit Buchenanteil in denen er seine Bruthöhle zimmert. Seine Nahrungsbäume
fliegt er im spechttypischen Wellenflug an und klettert dann in kraftvollen
Sprüngen am Stamm empor. Will man diesen Riesen unter den Spechten im Landkreis
beobachten, sollte man zusammenhängende Waldflächen wie den Ringellah oder den
Barnbruch ansteuern. Außerhalb der Brutsaison streifen Schwarzspechte umher
und können in jüngeren Wäldern wie die Umgebung des Viehmoors angetroffen werden.
Einen Sonderling stellt der Wendehals dar. Seinen Namen verdankt dieser kleine,
gut getarnte Specht der Tatsache, dass er seinen Kopf seitwärts hin und her
drehen, bzw. wenden kann. Bevorzugtes Areal sind Streuobstwiesen wo er häufig
am Boden nach Nahrung sucht. Der Wendehals ist ein Zugvogel der südlich der
Sahara überwintert. und aus diesem Quartier zurückkehrt eher durch seinen Ruf
auf sich aufmerksam macht, als das man ihn zu Gesicht bekommt. In letzter Zeit
war die Umgebung von Leiferde geradezu prädestiniert um diesen, mehr singvogelähnlichen,
Specht zu beobachten.
(Fotos: O. Lessow)